Warum die Rente oft nicht reicht

Die Durchschnittsrente nach 45 Beitragsjahren liegt in Deutschland derzeit bei etwa 1.835 Euro brutto im Monat – so das Vermögenszentrum. Für viele reicht das nicht, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Experten empfehlen etwa 70 bis 90 Prozent des früheren Nettoeinkommens; die Stiftung Warentest nennt als Faustregel 80 Prozent. Jeder zusätzliche Euro zählt – und mit einigen gesetzlich erlaubten Tricks ist tatsächlich mehr Spielraum drin.

Mehr Rente durch freiwillige Beiträge: Mindest- und Höchstbeträge

Eine zentrale Option sind freiwillige Zahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung. Dabei handelt es sich um zusätzliche Beträge für Zeiten, in denen man nicht pflichtversichert war – zum Beispiel für Ausbildungszeiten. Derzeit nehmen bundesweit rund 210.000 Menschen diese Möglichkeit in Anspruch. Wichtig: Es gelten ein monatlicher Mindestbeitrag von 103,42 Euro und ein Höchstbeitrag von 1.497,30 Euro. Bei Zahlung des Mindestbeitrags für ein Jahr ergibt sich aktuell eine Rentensteigerung von rund fünf Euro pro Monat; beim Höchstbeitrag sind es rund 78 Euro pro Monat – so rechnet die Deutsche Rentenversicherung vor. Wer mit einer höheren Rente in den Ruhestand startet, profitiert zudem von der Koppelung der Rentensteigerung an die Lohnentwicklung in späteren Jahren.

Freiwillige Nachzahlung für Ausbildungszeiten

Für freiwillige Nachzahlungen werden unter anderem der Besuch von Schule, Fach- oder Hochschule sowie berufsvorbereitende Maßnahmen zwischen dem 16. und 17. Lebensjahr angerechnet – ebenso Ausbildungszeiten, die über das 25. Lebensjahr hinausgehen (z. B. Studium). Wichtig: Für Zeiten, die bereits mit Beiträgen belegt sind, können keine freiwilligen Beiträge nachgezahlt werden. Wer nachzahlen möchte, muss spätestens bis zum 45. Geburtstag einen Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung gestellt haben.

Abschläge ausgleichen – auch noch mit 50 plus

Wer vor dem regulären Rentenalter in Rente geht (z. B. Altersrente für langjährige Versicherte), muss Abschläge in Kauf nehmen – 0,3 Prozent pro Monat des vorgezogenen Rentenbeginns. Diese Abschläge können ab einem Alter von 50 Jahren auf Antrag durch Sonderzahlungen ganz oder teilweise ausgeglichen werden. Beispiel: Zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze würde die Rente bei 1.000 Euro brutto um 7,2 Prozent (72 Euro) sinken; der volle Ausgleich kostet je nach Jahr mehrere tausend Euro. Die Zahlungen können bis zu einer Obergrenze steuerlich geltend gemacht werden – das macht sie mitunter attraktiv.

Teilrente: Freiwillige Beiträge trotz Regelaltersrente

Laut Deutscher Rentenversicherung dürfen keine freiwilligen Beiträge gezahlt werden, wenn man eine volle Altersrente bezieht und die Regelaltersgrenze (65 bis 67, je nach Geburtsjahr) erreicht hat. Es gibt aber einen Kniff: Wer seine Rente als Teilrente (also nur einen Teil der möglichen Rente) auszahlen lässt, kann weiterhin freiwillige Beiträge zahlen und so die spätere Vollrente erhöhen. Der Anteil der Teilrente kann frei gewählt werden. „Attraktiv ist dies besonders für Rentner, die eine eher schmale Rente beziehen, aber über größere Ersparnisse verfügen“, heißt es bei Anbietern wie Ihre Vorsorge.

Renteninformation prüfen und Lücken klären

Jeder Versicherte erhält einmal jährlich die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung – dort sehen Sie Ihre voraussichtliche Rente und Ihre Beitragszeiten. Prüfen Sie die Angaben auf Fehler oder fehlende Zeiten (z. B. Ausbildung, Kindererziehung, Pflege). Unklare Zeiten können Sie mit einem formlosen Antrag auf Kontenklärung klären lassen. Je früher Lücken erkannt werden, desto eher können Sie mit Nachzahlungen oder freiwilligen Beiträgen gegensteuern. Eine Beratung bei der Rentenversicherung oder bei anerkannten Rentenberatern hilft bei der Planung.

Fazit

Mit freiwilligen Beiträgen, Nachzahlungen für Ausbildungszeiten und im Einzelfall mit der Teilrente können Sie Ihre Rente aufbessern. Lohnen kann sich auch eine Kontenklärung bei der Rentenversicherung, um Lücken oder Fehlzeiten zu prüfen. Informieren Sie sich bei der Deutschen Rentenversicherung und bei seriösen Rentenberatern.